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21.11.2019 | IM SLOT

Die Lösung liegt nicht auf dem Tisch

In seiner Kolumne «Im Slot» stellt sich SCB-CEO Marc Lüthi Fragen zur aktuellen sportlichen Situation des Clubs.

Es geht gegen Ende November und wir sind bei weitem nicht dort, wo wir gerne sein würden. Insbesondere, wenn man die Tabelle betrachtet. Das hat mannigfaltige Gründe. Das ist immer so, egal ob es schlecht läuft wie jetzt oder gut.

Entsprechend kann man unsere jetzige Lage nicht auf ein Problem reduzieren oder am Einen oder Anderen aufhängen. Und unfair wird es, wenn man auf einzelne Personen schiesst. Es ist auch bei weitem nicht so, dass wir den sportlichen Ernst der Situation nicht erkennen würden und im Hintergrund nicht alles kehren und wenden, um Besserung herbeizuführen. Das ist aber – ebenfalls wie immer – nicht ganz einfach. Läge die Lösung auf dem Tisch, hätten wir sie schon längst genommen oder gekauft. Aber sie liegt eben nicht auf dem Tisch. Genauso wie Niederlagen nicht einfach dem einen oder anderen Spieler oder dem Trainer oder dem Sportchef in die Schuhe geschoben werden können. Es sind eben, wie eingangs erklärt, diverse Gründe, die zum Misserfolg führen.

  • Zum Beispiel haben wir Spieler, die (zurzeit) nicht ihr ganzes Leistungspotenzial abrufen können.
  • Wir haben Spieler, die wollen unbedingt gewinnen und verkrampfen sich dermassen, dass es kontraproduktiv wird.
  • Fortuna, die uns in den letzten Jahren immer gutgesinnt war, macht gerade Ferien.
  • Die Verletzungshexe, die uns lange verschont hat, wütet jetzt wieder mal ziemlich rücksichtslos.

Und so weiter.

Und? Wir werden deshalb ganz sicher den Kopf nicht in den Sand stecken, sondern weiterhin mit aller Kraft versuchen, aus dem Schlamassel zu kommen.

Da kommt mir gerade noch Uli Hoeness in den Sinn. Er hat in seinem Leben nicht alles richtig gemacht. Aber als Bayern-Chef muss man ihm – ob Freund oder Feind – grosse Anerkennung entbieten.

Insbesondere in einem Punkt halte ich es wie er: Liebe Leute, lasst meine Leute in Ruhe. Mann und Frau können immer motzen übers Spiel über die schlechte Leistung oder was auch immer. Aber wenn man auf den Mann spielt, werde ich sauer. Stinksauer. Wir beschäftigen keine Tiere und schon gar keine Körperöffnungen. Wir beschäftigen Menschen. Die sind nicht immer perfekt. Aber es sind Menschen, die einen minimalen Respekt verdient haben.

Also in der Sache hart sein, aber in der Sprache sachlich bleiben.

Danke.