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05.06.2019

«Für diese Emotionen leben wir»

Vielleicht erinnert ihr euch noch an meine Kolumnen. Die letzte, die ich am 27. Februar noch vor Playoff-Beginn geschrieben hatte, hatte den Titel «Gewohnheitstier». Inzwischen ist einiges passiert... Ich möchte deshalb zuerst noch auf unsere intensive Playoff-Zeit zurückblicken, bevor ich dann wieder beim «Gewohnheitstier» anknüpfe

Es ist der 14. März, das dritte Playoff-Spiel steht an. An jenem Morgen gehe ich ins Büro unseres Trainers Kari Jalonen. Kari schaut mich an, zeigt mir seinen Daumen und deutet fragend nach oben und unten. Ich signalisiere ihm: Daumen hoch. Was bedeutet: ich bin bereit zu spielen. Er lacht und freut sich für das Team, für mich und den ganzen SCB. Er sagt mir dann: «Wir haben diese Saison noch maximal 19 Spiele zu bestreiten und du kannst dem Team sicher helfen.» Der Headcoachinformiert anschliessend die Mannschaft in unserem täglichen Teammeeting und sagt, dass ich heute mein Comeback geben werde. In diesem Augenblick spüre ich vom ganzen Team starke Unterstützung und die Freude jedes einzelnen. Das ist der erste bewegende Moment an diesem Tag. Am Abend beim Einlauf der Spieler, bei der wir der Nummer nach aufs Eis gerufen werden, komme ich nach Eric Blum an die Reihe. Als der Speaker meine Nummer und meinen Namen ruft, ich aufs Eis trete und das ganze Stadion applaudiert, geht mir das sehr nahe. Es ist nach so langer Zeit ein unbeschreibliches Gefühl so empfangen zu werden. Dieses Gefühl sitzt noch immer in meinem Kopf, denn für diese Emotionen leben wir. Das Spiel endet dann nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben, aber für mich persönlich ist es trotzdem auch ein Sieg nach den zahlreichen persönlichen Niederlagen, die ich in den Monaten zuvor erlitten habe. 

In der nächsten Kolumne berichte ich über die spezielle Serie im Playoff-Viertelfinal gegen Genf-Servette.

(Dieser Beitrag wurde von SCB-Spieler Ramon Untersander im Rahmen einer mehrteiligen Kolumne verfasst.)