Die Aufhohljagd kam zu spät
Die wiederum ohne Philippe Furrer und Chuck Kobasew angetretenen Berner kamen schon früh gehörig unter Druck und kassierten bereits nach 50 Sekunden durch Marc Wieser den ersten Gegentreffer, ein denkbar schlechter Start für die Mutzen. Auch in der Folge hatten die Berner mit dem schnellen und aufsässigen Spiel der Bündner einige Mühe. Zwar kamen der SCB auch zu einigen Chancen, doch Pech oder Torhüter Leoanaro Genoni verhinderten einen Treffer. Ganz anders sah es auf Davoser Seite aus, die eine bewundernswerte Effizienz an den Tag legten und in der 12. Minute das 2:0 durch Gregory Hofmann markieren konnten.
Im zweiten Drittel verändert sich am Spielgeschehen nicht viel. Bern war sichtlich bemüht und erarbeiteten sich auch zahlreiche Grosschancen, so scheiterten Christoph Bertschy (22.), Alain Berger (27.), Simon Moser (28.), Marc Reichert (29.) und Byron Ritchie (33.) fast im Minutentakt am gross aufspielenden Davos Goalie Leonardo Genoni. Doch nicht den Bernern gelang der nächste Treffer, sondern wiederum den Bündnern, welche kurz vor der zweiten Pause durch Marcus Paulsson mit 3:0 in Führung gingen.
Im letzten Drittel lief lang nicht viel, es schien fast, als ob sich die Teams für die Aufgaben von Sonntag schonten. Doch just, als vier Minuten vor Schluss die ersten Zuschauer das Stadion verliessen, gelang den Mutzen endlich der erste Treffer. Byron Ritchie versenkte einen Abpraller mit einem satten Schuss in die rechte obere Torecke.
Dies sollte der Auftakt zu einer spannenden Schlussphase sein, in der Guy Boucher noch einmal alles riskierte und Marco Bührer 110 Sekunden vor Schluss durch einen sechsten Feldspieler ersetzte. Nur wenig später scheiterte Tristan Scherwey mit einem Buebetrickli haarscharf, den der Bündner Goalie vermochte den Puck knapp vor der Torlinie zu blockieren. Zwar vermochte Ryan Gardner 9 Sekunden vor Schluss den Puck ein zweites Mal in den Maschen zu versenken, doch der Anschlusstreffer zum 2:3 kam zu spät.
Auch wenn der SCB nun sechs Punkte Rückstand auf den Leader aus Davos hat, zeigten die Mutzen Moral und gaben nie auf. Diese Qualitäten werden auch morgen Sonntag im Spiel gegen den Tabellenzweiten aus Lugano gefragt sein.
Telegramm:
Bern - Davos 2:3 (0:2, 0:1, 2:0)
17'131 Zuschauer (ausverkauft). - SR Koch/Vinnerborg, Kovacs/Tscherrig. - Tore: 1. (0:50) Marc Wieser (Axelsson) 0:1. 13. Gregory Hofmann (Sciaroni) 0:2. 38. Paulsson (Schneeberger) 0:3. 57. Ritchie (Alain Berger) 1:3. 60. (59:51) Gardner (Martin Plüss, Holloway) 2:3 (ohne Torhüter). - Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Bern, 4mal 2 Minuten gegen Davos. - PostFinance-Topskorer: Martin Plüss; Paulsson.
Bern: Bührer; Beat Gerber, Blum; Krueger, Gragnani; Jobin, Flurin Randegger; Kreis; Alain Berger, Reichert, Pascal Berger; Bertschy, Ritchie, Ruefenacht; Holloway, Martin Plüss, Pascal Berger; Loichat, Gardner, Scherwey.
Davos: Genoni; Félicien Du Bois, Reto von Arx; Schneeberger, Koistinen; Samuel Guerra, Camperchioli; Jan von Arx, Paschoud; Ryser, Ambühl, Dino Wieser; Marc Wieser, Axelsson, Paulsson; Sciaroni, Samuel Walser, Gregory Hofmann; Simion, Corvi, Jörg.
Bemerkungen: Bern ohne Kobasew und Philippe Furrer, Davos ohne Lindgren und Forster (alle verletzt). - Timeout Bern (58:57). - Marc Reichert im letzten Drittel verletzt ausgefallen.