2016/17

Titelverteidigung mit Jalonen

Der nervenaufreibenden Saison 2015/16 liess der SCB die nahezu perfekte Saison 2016/17 folgen. Zu den Schlüsselfiguren auf dem Weg zur Titelverteidigung gehörten drei Neuverpflichtungen: Headcoach Kari Jalonen, Torhüter Leonardo Genoni und Stürmer Mark Arcobello. Der Finne Kari Jalonen startete seine Tätigkeit bereits Ende Mai in Form von ausführlichen Einzelgesprächen mit den Spielern und begann mit dem Start des Eistrainings im August zusammen mit seinen Assistenten Ville Peltonen und Samuel Tilkanen sowie Goalietrainer Reto Schürch, das Team auf sein Spielsystem einzustellen. Bereits in der Vorrunde der Champions Hockey League bewies die Mannschaft grossen Ehrgeiz und erreichte die Playoffs als Gruppensieger ohne Punktverlust souverän. Teilweise hervorragende Leistungen in hochstehenden internationalen Vergleichen brachten den SCB dann bis in den Viertelfinal, in welchem das Team von Kari Jalonen gegen den späteren Finalisten Sparta Prag ausschied.

 

Auf nationaler Ebene verlief der Meisterschaftsstart nicht optimal. Dem Amerikaner Mark Arcobello gelang zwar schon in der 1. Minute des ersten Meisterschaftsspiels der erste Treffer, doch Ende September befand sich der SCB nach bis dahin nur teilweise überzeugenden Auftritten und bei vier Niederlagen aus neun Spielen auf dem 6. Rang. Das lag einerseits an zahlreichen Verletzungen in dieser Phase, anderseits auch daran, dass das Spielsystem von Kari Jalonen noch nicht einwandfrei funktionierte. Bereits im Oktober zeigten die Berner jedoch aufsteigende Tendenz und lagen Ende des Monats nach sieben Siegen aus neun Spielen bereits auf Rang 2. Die beste Phase im ersten Saisonteil folgte dann im November und vor allem im Dezember, als der SCB aus sieben Spielen das Maximum von 21 Punkten erzielte. Nach einer leichten Baisse zum Jahresbeginn mit drei Niederlagen aus den ersten vier Spielen fing sich das Team auf, gewann elf der dreizehn verbleibenden Qualifikationsspiele und sicherte sich mit 109 Punkten souverän den 1. Rang in der Regular Season. Damit war ein erstes Saisonziel, die Teilnahme an der Champions Hockey League in der Saison 2017/18, erreicht.

 

Angeführt vom überragenden Leonardo Genoni, der die 16 Playoff-Spiele mit einer Abwehrquote von 94,89% abschloss und in der kompletten Saison sieben Shutouts erzielte, präsentierte sich der SCB in der entscheidenden Saisonphase von Runde zu Runde in besserer Verfassung und beeindruckte dabei mit grossartigem Teamgeist, Kompaktheit, Stilsicherheit und Nervenstärke.

 

Wie so oft erwies sich die Hürde Viertelfinal als ausgesprochen schwierig. Der SCB setzte sich in der Derbyserie gegen Biel zwar mit 4:1 Siegen (2:1 n.V., 3:0, 3:6, 3:1, 4:1) durch, der Widerstand der Seeländer war aber grösser, als es das Endergebnis vermuten lässt. Im Halbfinal kam es zur Neuauflage des Vorjahresfinals gegen den HC Lugano. Der SCB, der diesmal zuhause beginnen konnte und dort mit 2:4 einen Fehlstart verzeichnete, gewann die Serie erneut mit 4:1 (2:4, 4:1, 4:1, 3:1, 4:3 n.P.). Im Final gegen den EV Zug brillierte der SCB mit einem 5:0 zum Auftakt und doppelte auswärts gleich mit einem 4:2-Sieg nach. Auch im dritten Spiel dominierten die Berner weitgehend, hatten aber vier Pfostenschüsse zu beklagen und unterlagen schliesslich 1:2 n.V. Damit kehrte bei den Zugern Hoffnung zurück, die sich mit 3:2 in einem erneuten Overtime-Sieg festigte. Doch der SCB liess sich nicht beunruhigen, reagierte mit einer Machtdemonstration in Form eines 6:1-Heimsieg und erspielte sich damit den ersten Meisterpuck. Diesen verwertete der SCB auf diskussionslose Weise mit einem 5:1-Sieg in Zug. Dem SCB gelang mit dem 4:2-Sieg in der Finalserie (5:0, 4:2, 1:2 n.V., 2:3 n.V., 6:1, 5:1) als erstem Team seit 2001 (ZSC Lions) die Titelverteidigung.

 

Mit 16’566 Zuschauern im Durchschnitt der 34 Spiele in der PostFinance-Arena und total 14 ausverkauften Heimspielen – darunter alle neun Playoff-Spiele – realisierte der SCB einen neuen Zuschauerrekord, übertraf zum 10. Mal in Serie die 16’000er-Grenze und war zum 16. Mal hintereinander Europas Publikumsmagnet Nummer 1. 

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