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19.11.2019 | CHL

Hoffnungsvoller Start ohne Happy end

Der SCB ist im CHL-Achtelfinal gegen Luleå HF nach der 2:4-Auswärtsniederlage ausgeschieden. Die 0:3-Hypothek aus dem Hinspiel erwies sich als zu hoch.

Schön gelegen am Bottnischen Meerbusen, wo die Wassertemperatur allerdings auch im Hochsommer keine mehrheitsfähige Badetemperatur (max. 18 Grad) erreicht, begibt sich Luleå nun unaufhaltsam Richtung eiskalten Winterschlaf.  
Am Tag des Achtelfinal-Rückspiels war es um 8.15 Uhr noch dunkel, dann nie ganz hell und um 14.30 Uhr schon wieder zappenduster. Aber immerhin: Aus Sicht der Einwohner war es für die Jahreszeit angenehm warm bei satten 2 Grad (plus).

Ähnlich den wenig erbaulichen klimatischen Bedingungen war die Ausgangslage des SCB. Nach der 0:3-Heimniederlage musste ein Sieg mit vier Toren Differenz her, um noch den Viertelfinal erreichen zu können.

Für den SCB erhellten sich die Perspektiven überraschend schnell, ausgerechnet als sich in der Norrbotten Arena mit einer Strafe gegen Jan Mursak Unheil abzeichnete. Doch der SCB ging dank einem ausgezeichnet gespielten Konter in Unterzahl durch Andrew Ebbett in Führung. Danach hatte der SCB gute Möglichkeiten, um die Führung sogar auszubauen. Ein Lattenschuss von Tristan Scherwey und eine tolle, von Simon Moser abgeschlossene Kombination waren die besten Chancen.

Doch die Nordschweden, die sich beim Hinspiel in Bern über das tolle Wetter (bei 10 Grad) gefreut hatten, zeigten sich weiter hochmotiviert, mithilfe der Viertelfinal-Qualifikation in der CHL der eisigen Dunkelheit noch mindestens ein weiteres Mal Richtung Lausanne oder Pilsen entfliehen zu können. Jedenfalls raubten sie vorerst die Berner Hoffnung mit zwei Treffern in vier Minuten. Doch Yanik Burren sorgte mit einem Weitschuss noch vor Drittelsende dafür, dass es nach dem vermeintlich optimalen Start für den SCB im zweiten Abschnitt wenigstens wieder bei Null begann.

Es blieb dann im Mitteldrittel auch bei Null, zumindest aus Sicht des SCB, der sich im Gegensatz zum Startdrittel kaum erfolgversprechende Situationen erspielen konnte. Dafür sorgte Luleå bei Spielmitte mit dem 3:2 in Überzahl für quasi definitive Dunkelheit aus Berner Sicht. Die Aufgabe, nun in den verbleibenden 20 Minuten vier Tore zu erzielen, um wenigstens die Verlängerung zu erreichen, war ähnlich schwierig, wie den völlig vereisten Zugang zur Arena in Turnschuhen ohne Ausrutscher zu bewältigen. Im Schlussdrittel gab es zwar noch ein munteres Hin und Her mit eingen guten Chancen auf beiden Seiten, aber nur Luleå traf mit seinem zweiten Powerplay-Tor zum Schlussresultat.

Am Ende muss mit Respekt festgehalten werden, dass sich Luleå, 2015 erster Gewinner der Champions Hockey League, mit sehr solidem Spiel über die gesamten 120 Minuten die Viertelfinal-Qualifikation redlich verdient hat. Dabei spielte auch mit, dass sich beim SCB die fehlende Substanz von sechs verletzten Spielern auf diesem Niveau spürbar bemerkbar machte.

 

Luleå HF – SCB 4:2 (2:2, 1:0, 1:0)

Coop Norrbotten Arena. – 1900 Zuschauer. – SR Rohatsch (GER), Iwert (GER) / Yletyinen (SWE), Sandström (SWE). – Tore: 6. Ebbett (Untersander/Ausschluss Mursak!) 0:1. 15. Kovacs 1:1. 19. (18:15) Ilomäki (Gustavsson, Jalvanti) 2:1. 20. (19:03) Burren (Untersander, Ebbett) 2:2. 30. Ilomäki (Kovacs, Sellgren/Ausschluss Moser) 3:2. 56. Ilomäki (Tyrväinen, Kovacs/Ausschluss Colin Gerber) 4:2. – Strafen: Lulea 2-mal 2 Minuten, Bern 4-mal 2 Minuten. – Bemerkungen: Bern ohne Blum, Beat Gerber, Grassi, Heim, Krueger und Pestoni (verletzt). 12. Lattenschuss Scherwey.

Luleå: Lassinantti; Gustavsson, Lundkvist; Sellgren, Sondell; Engsund, Själin; Jalvanti; Petter Emanuelsson, Connolly, Olausson; Einar Emanuelsson, Tyrväinen, Kovacs; Gunler, Ilomäki, Brännström; Widing, Berglund, Fabricius; Farley.

Bern: Caminada; Andersson, MacDonald; Untersander, Henauer; Burren, Colin Gerber; Praplan, Arcobello, Moser; Rüfenacht, Ebbett, Scherwey; Sciaroni, Mursak, Kämpf; Berger, Bieber, Jeremi Gerber; Spiller.