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29.01.2020 | IM SLOT

Mit Emotionen und Leidenschaft

In seiner Kolumne «Im Slot» stellt sich SCB-CEO Marc Lüthi Fragen zur aktuellen sportlichen Situation des Clubs.

Gestern war kein guter Tag. Nach dreieinhalb Saisons sahen wir uns gezwungen, Kari Jalonen von seinen Aufgaben freizustellen. Den Mann, der uns in drei Jahren zu zwei Titeln und drei Siegen in der Qualifikation geführt hat. Das tut weh und macht überhaupt keinen Spass. Deshalb zuerst noch einmal unser herzlichstes: Danke Kari!

Nichtsdestotrotz. Es sind noch 10 Spiele bis zum Ende der Qualifikation und es gilt als Organisation alles zu unternehmen, damit das Team die Playoffs noch erreichen kann. Mit diesem Ziel vor Augen sind wir zum Schluss gekommen, dass die Chance mit dem neuen Duo Kossmann/Leuenberger leicht grösser ist als mit Jalonen. Ob dem so ist, wissen wir in einigen Wochen. Aber auch wenn unser Team zurzeit gerne klein geschrieben wird und unsere Ausländer mit zwei Ausnahmen gerne als schlecht betitelt werden, bin ich doch der Überzeugung, dass unser Ziel mit Emotionen und Leidenschaft erreicht werden kann. Apropos Team: Wir hatten auch in den letzten vier sehr erfolgreichen Jahren nicht die besten Einzelspieler der Liga. Aber wir hatten die beste Mannschaft.

Ein Team, das mich in den letzten Monaten öfter mal hässig gemacht hat. Meine Einschätzung ist klar: Wir waren anfangs Saison ein wenig überheblich und diese Überheblichkeit ist dann nahtlos in Unsicherheit übergegangen. Ich hasse es zu verlieren. Aber ich hasse es noch mehr zu verlieren, wenn ich überzeugt bin, dass nicht alle Spieler ihr Potenzial abgerufen haben und wir eigentlich hätten gewinnen können. Dann werde ich eben hässig, aber nur dann. Wenn ein Gegner einfach besser ist und wir alles gegeben haben, ärgert mich eine Niederlage auch, aber dann kann ich sie akzeptieren.

Ich glaube tief und fest, dass wir es noch richten können, wenn es gelingt, neue Emotionen zu wecken und die ganze Leidenschaft der Gruppe zum Vorschein kommt. Ich glaube an unsere Jungs.

Ach ja, und zum Schluss noch ein Wort an die Vertreter der «Alles ist sooo schlecht»-Fraktion: Einfach mal lächeln!

In diesem Sinne wünsche ich einen guten Tag.