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07.06.2019

Der Teamspirit

Aus der Halbfinalserie gegen den EHC Biel möchte ich einen Rückblick auf Spiel drei machen.

Der Druck ist auf unserer Seite, wir liegen in der Serie 0:2 zurück und jeder weiss,wie wichtig dieses dritte Spiel sein wird. Es geht um die mentale Stärke unseres Teams. Die gilt es hervorzuheben, denn wir haben enorm viele Leader in unserer Mannschaft. Es ist in dieser Situation nie Nervosität oder Unruhe aufgekommen. Dass der Turnaround in dieser Serie gelingt, zeigt, was mit unserem Team möglich ist. Er schweisst die Mannschaft nochmals enger zusammen und der Spirit entwickelt sich weiter. Das ist aus meiner Sicht das Wichtigste im Mannschaftssport: der Teamspirit. 

Der ganze Fokus auf dieses dritte Spiel fängt bereits in Biel an, direkt nach der zweiten Niederlage. Wir sind enttäuscht und auch wütend, dass wir dieses Spiel verloren haben. Auf dem Weg in die Garderobe höre ich einige fluchen und mit sich selbst hadern. Das ist normal und immer so. Was ich in diesem Moment aufschnappe, ist unser Torhüter. Leonardo Genoni sagt zum Team: «Jungs, alles okay. Es ist nichts passiert. Abschliessen mit diesem Spiel und weiter geht’s.» Es ist immer wieder ein Leader, der uns mit kleinen Sachen auf den richtigen Weg zurückführt. Und es ist eben immer wieder ein anderer, da wir in unserem Team über sehr viele starke Persönlichkeiten verfügen. 

Der freie Tag zwischen den Spielen läuft wie immer ab. Kari Jalonen hat unser Captain-Team darauf hingewiesen, die Ruhe und mentale Stärke der erfahrenen Spieler auf die anderen zu übertragen. Wir versuchen unsere Ruhe überall auszustreuen, um alle an Board zu halten. Da helfen kleine Gespräche, aber vor allem auch die Freude, dieses dritte Spiel spielen zu dürfen. Denn ist gibt nichts Reizvolleres, als mit dem Rücken zur Wand zu stehen und die Sache zu drehen. Rückblickend war der Sieg im dritten Spiel erst ein kleiner Schritt weg von der Wand.

Die nächste Kolumne dreht sich um einen speziellen Moment nach dem Titelgewinn.

(Dieser Beitrag wurde von SCB-Spieler Ramon Untersander im Rahmen einer mehrteiligen Kolumne verfasst.)